Merkur

Beste Zeit:

Zur maximalen Elongation

Allgemeine Informationen

Position

1

Art

Gesteinsplanet

Abstand zur Sonne

58 Mio. Km/0.4 AE

Temperatur

-173°C bis 427°C

Durchmesser

4878 Km

Geschwindigkeit

172'000 Km/h

Merkurtag

58 Erdtage

Merkurjahr

88 Erdtage

Atmosphäre

nein

Monde/Ringe

nein

Grössenvergleich Erde-Merkur  (Universe Sandbox)

Merkur.jpg

Merkur ist der kleinste Planet in unserem Sonnensystem. Er steht am dichtesten an der Sonne. Und er ist schnell unterwegs: Er umkreist die Sonne viermal so schnell wie die Erde.

Quelle: Wiki Commons

Merkur  braucht nur drei Monate für einen Umlauf um die Sonne, die Erde deren zwölf. Um seine eigene Achse dreht Merkur sich aber sehr langsam. Für eine Drehung um sich selbst braucht Merkur – anders als die Erde – nicht nur einen Tag, sondern mehr als 58 Tage. Weil Merkur so nah an der Sonne steht, wird er meist von ihrem Licht überstrahlt.

Merkur sieht ähnlich aus wie unser Mond. Genau wie der Mond ist er von vielen Einschlagskratern übersät. Sie stammen von Meteoriten, also Felsbrocken. Der größte bisher bekannte Krater ist das Caloris-Becken. Es hat einen Durchmesser von 1550 Kilometern! Auf Merkurs Oberfläche ist es ganz schön ungemütlich: Tagsüber ist es mit mehr als 400 Grad Celsius höllisch heiß. Nachts sinken die Temperaturen auf bitterkalte minus 180 Grad! Auf keinem anderen Planeten unseres Sonnensystems herrschen so große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Forscher  vermuten, dass der Merkur aus einem Eisenkern besteht. Der Planet schrumpft langsam, weil sich sein Kern zusammenzieht. Seine riesigen Steilhänge könnten durch das Schrumpfen entstanden sein, weil die Planeten-Oberfläche zusammengedrückt wurde. Das ist wie bei einem Luftballon: Wenn du die Luft rauslässt, wird der Ballon kleiner. Die Oberfläche ist dann nicht mehr so glatt wie vorher.

Die Oberfläche Merkurs gleicht derjenigen unseres Mondes sehr stark. (airandspace.si.edu)

Merkur beobachten

Von den fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten ist Merkur bei weitem am schwersten zu erkennen. Diese winzige Welt ist für immer in einer Umlaufbahn gefangen, die sie durchschnittlich nur 60 Millionen Kilometer von der feurigen Sonne trennt. Infolgedessen ist Merkur an unserem Himmel nie weiter als 28° von der Sonne entfernt und wird normalerweise nur in sehr starker Dämmerung, bis etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang sichtbar.
Erdbasierte Teleskope zeigen, dass Merkur Phasen durchläuft, die unserem eigenen Mond ähneln, aber diese Teleskope sind nicht in der Lage, unterschiedliche Oberflächenmerkmale des Planeten zu zeigen. Erst 1974 zeigte uns Merkur endlich sein wahres Gesicht. In diesem Jahr flog die Mariner 10 an dem Planeten vorbei und schickte spektakuläre Fotos von einer zerklüfteten, trockenen, kraterbesetzten Oberfläche zurück.
Ein Fernglas erweist sich als unschätzbar bei der Suche nach diesem schwer fassbaren Planeten. Zuerst prüfst du die Vorhersagen, um zu sehen, wann er am Himmel sichtbar sein soll. Der ideale Zeitpunkt für die Suche nach Merkur ist, wenn sich der Planet in " größter östlicher Elongation " oder " größter westlicher Elongation " befindet. Merkur (und Venus, wie wir später sehen werden) soll die größte östliche Elongation haben, wenn es sich in maximaler Entfernung östlich der Sonne befindet, was in der westlichen Dämmerung nach Sonnenuntergang der Fall ist. Die größte westliche Elongation tritt auf, wenn Merkur (oder Venus) am weitesten westlich der Sonne liegt und im Osten kurz vor Sonnenaufgang sichtbar wird.
Scanne - am besten mit einem Fernglas - langsam hin und her, direkt über dem Horizont, wo Merkur zu erwarten ist. Der Planet kann nur als heller, flackernder Lichtpunkt gesehen werden, der in die tiefe Morgen- oder Abenddämmerung eintaucht. Die Himmelsbedingungen müssen klar sein, um erfolgreich zu sein. Du solltest nur dann versuchen, Merkur zu finden, wenn es wenig oder gar keinen Rauch, Nebel oder Wolken gibt, die den Horizont trüben. Schon kleine Störungen können den Planeten unauffindbar machen.

Konjunktion/maximale Elongation

Merkur bewegt sich, wie die Venus, näher um die Sonne als die Erde. Daher gibt es keine Opposition Merkurs zur Erde, dafür eine obere und eine untere Konjunktion. Bei der oberen versteckt sich der Planet hinter der Sonne, bei der unteren befindet er sich genau zwischen Sonne und Erde. In beiden Situationen bleibt Merkur nicht zu beobachten. Sichtbar ist er am besten bei der sogenannten Maximalen Elongation, das heisst, wenn er sich weitest möglich von der Sonne entfernt. Allerdings ist Merkur auch dann nur in der Morgen- oder Abenddämmerung zu sehen, niemals aber nachts. Du hast höchstens eine Stunde Zeit, ihn nach Sonnenuntergang im Westen oder vor Sonnenaufgang im Osten zu sehen.

Die Positionen der inneren Planeten zu Erde und Sonne. Am besten sind sie während der maximalen Elongation zu beobachten.

Merkurphasen

Merkur ist zu klein und zu weit entfernt, als dass man Details auf seiner Oberfläche wahrnehmen könnte. Beobachtbar sind jedoch seine Phasen, ähnlich die dem Mond oder der Venus. Achte dich bei der Beobachtung mit Fernglas oder Teleskop, ob du die "mondartige" Form feststellen kannst!

Eine Serie Aufnahmen der Sonde Messenger, verschiedenen Merkur-Phasen aufzeigend. (Bild: NASA)

Merkurtransit

Im Fall der unteren Konjunktion kann es sein, dass Merkur genau vor der Sonnenscheibe durchzieht. Dann findet ein sogenannter Merkur-Transit statt, der mit einem mit Sonnenfiltern ausgerüsteten Teleskop beobachtet werden kann. 

Achtung: Es handelt sich dabei eigentlich um eine Sonnenbeobachtung! Diese darf nur mit geeigneter Ausrüstung und unter erfahrener Anleitung erfolgen!

Merkurtransit.gif

Ein Merkurtransit im Zeitraffer. In Wirklichkeit dauert es mehrere Stunden bis Merkur vor der Sonne durchgezogen ist. Der letzte Transit fand am 11. November 2019 statt, der nächste wird erst im Jahr 2032 sein!

Crash Course Astronomy

Auf Youtube findet ihr einen englischsprachigen Kanal, der tolle Kurzvideos zum Thema Astronomie bereitstellt. Hier das Video über den Planeten Merkur: