Beste Zeit: um die Opposition herum: zur Zeit im Sommer

Jupiter

Allgemeine Informationen

Position

5

Art

Gasplanet

Abstand zur Sonne

778 Mio. Km/5.2 AE

Temperatur

ca. -100°C

Durchmesser

140'000 Km

Geschwindigkeit

47'000 Km/h

Jupitertag

10 Std. 

Jupiterjahr

11 Jahre 315 Tage

Atmosphäre

ja

Monde/Ringe

79/ja

Jupiter.jpg

Jupiter mit seinen charakteristischen Wolkenbändern und dem Grossen Roten Fleck

Jupiter ist mit Abstand der größte Planet in unserem Sonnensystem. Er hat mehr als doppelt so viel Masse wie die restlichen Planeten zusammen! Obwohl er fast 800 Millionen Kilometer von uns entfernt ist, ist er der „aktivste“ aller Planeten, wenn es um die Beobachtung geht. Venus kommt uns mit 38 Mio. Km am nächsten, hat aber keine Monde und ist von einer dichten, praktisch konturlosen Wolkenschicht umgeben. Mars ist uns mit 78 Mio. Km auch noch recht nah, ist aber viel kleiner und daher nicht leicht zu beobachten. Jupiter bietet da schon viel mehr!

 

In Jupiters Atmosphäre sind Streifen zu erkennen, die ziemlich parallel zum Äquator verlaufen. Sie bestehen aus unterschiedlichen Gasen wie Ammoniak und Schwefel und sind deshalb farblich gut voneinander zu unterscheiden. Die Streifen bleiben über lange Zeit erhalten und verwirbeln an ihren Rändern miteinander. Wer Jupiter regelmäßig beobachtet, wird feststellen, dass sich die Streifen allmählich verändern, sowohl in ihrer Ausdehnung als auch in ihrer Farbe. 

Jupiter besteht - ähnlich wie die Sonne - hauptsächlich aus den Gasen Wasserstoff und Helium, ist also ein Gasplanet. Er hat eine Außentemperatur von etwa -150°C. Je weiter man in seine Atmosphäre eindringt, desto stärker steigen Druck und Temperatur  an.

Das führt dazu, dass sich die Gase immer mehr verdichten und in tieferen Schichten verflüssigen. Im Zentrum gehen sie wahrscheinlich sogar in festen Zustand über. Dieser Jupiterkern dürfte etwa so groß sein wie die Erdkugel.

Da sich Jupiter so rasch um sich selbst dreht, entstehen enorme Winde, in seiner Atmosphäre toben heftige Stürme. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h! Dagegen nehmen sich die Tornados und Hurrikane auf der Erde geradezu harmlos aus!

Der bekannteste Wirbelsturm auf Jupiter ist der Große Rote Fleck. Er wurde bereits 1664 entdeckt, besteht somit schon seit mehr als 300 Jahren! Wie lange dieses Wirbelsystem tatsächlich schon existiert, wissen wir nicht.

In dieser Zeitrafferaufnahme werden die Bewegungen der Bänder und Wirbelstürme in Jupiters Atmosphäre sichtbar.

Jupiters Monde

Die vier galileischen Monde Io, Europa Ganymed und Kallisto

Jupiter besitzt fast 80 Monde! Davon sind vier sehr gross und wurden auch schon vor rund 400 Jahren von Galileo Galilei entdeckt. Wir nennen sie daher auch die Galileischen Monde.

 

Io:

Der innerste der Galileischen Monde ist einer der faszinierendsten Körper im Sonnensystem überhaupt. Kein uns bekannter Himmelskörper ist vulkanisch aktiver. Seine Energie bezieht Io aus den Gezeitenkräften, die der Jupiter einerseits und die anderen Galileischen Monde andererseits auf ihn ausüben. Ein jeder dieser Körper zerrt in unterschiedlicher Richtung an Io und bringt ihn dazu, sich zusammenzuziehen und wieder zu dehnen. Dabei entsteht die innere Hitze, die den Vulkanismus antreibt. Io besitzt zudem Seen aus flüssigem Schwefel, Berge und Lavaströme. Böse Zungen behaupten, Io sehe mit seinen vielen Weiss- Gelb- und Rottönen ein bisschen aus wie eine schimmlige Pizza.

Ios bunte Oberfläche

Europa:

Ein Himmelskörper, der für die Wissenschaft von grösstem Interesse ist, da er möglicherweise einen 100 Kilometer tiefen Ozean zwischen dem Gesteinsmantel und seiner Eiskruste besitzt. Europas Oberfläche ist sehr glatt und von faszinierend gefärbten Mustern bedeckt, deren Ursprung unbekannt ist. Der mögliche unterirdische Ozean auf Europa könnte einfaches Leben beherbergen, doch die Frage, wie Leben in einer solchen Eiswelt entstehen könnte, muss fürs Erste unbeantwortet bleiben.

Europas rätselhafte Muster

Ganymed:

Mit einem Durchmesser von 5260 Km ist Ganymed nicht nur der grösste Jupitermond, sondern auch der grösste Monde des Sonnensystems überhaupt. Er ist der einzige Mond mit eigenem Magnetfeld, das wahrscheinlich durch Ströme im Kern erzeugt wird. Die Atmosphäre Ganymeds ist sehr dünn und besteht aus Sauerstoff; wie bei Europa entsteht sie dadurch, dass Sonnenlicht die Wassermoleküle der eisigen Oberfläche in ihre Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet.

Ganymed: eine zerfurchte Eiswüste (Bild: NASA)

Kallisto:

Der vierte Galileische Mond ist Kallisto, der mit ungefähr Merkurgrösse ebenfalls grösser ist als unser Erdmond. Wie die anderen Galileischen Monde besteht vermutlich auch Kallisto aus Eis und Gestein. Die eisige Oberfläche ist wohl bis zu 100 Kilometer dick und dicht mit Kratern übersät. Unter der Kruste könnte sich ein Ozean aus Salzwasser erstrecken, der zwischen 10 und 300 Kilometer tief sein könnte. 

Kallisto_Oberfläche.jpg

Der helle Krater Asgard auf der verkraterten Oberfläche von Kallisto (Bild: seasky.org)

Jupiter beobachten

Konjunktion/Opposition

Jupiter lässt sich am besten beobachten, wenn er zur Erde in Opposition steht.  ​2019 war dies am 10. Juni der Fall, 2020 wird es am 14. Juli soweit sein.  Da Saturn fast 12 Jahre braucht für einen Umlauf um die Sonne, verschiebt das Oppositions-Datum von einem Jahr zum nächsten um ca. einen Monat. Natürlich lässt sich Jupiter auch mehrere Wochen vor und nach diesem Datum gut beobachten. Im Herbst verschwindet er jedoch langsam von der Bühne und bleibt in den Wintermonaten gänzlich unsichtbar.

Von blossem Auge erscheint Jupiter wie ein sehr heller Stern. Seine maximale Helligkeit beträgt -2.94mag. Damit ist er zwar nicht so hell wie die Venus (-4.6mag), aber deutlich heller als der hellste Stern Sirius (-1.46mag). 

Mit einem Fernglas erkennt man, dass Jupiter nicht punktförmig wie ein Stern ist, sondern sich bereits als kleines Scheibchen zeigt. Ab ca. 8-facher Vergrösserung sind die vier grossen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto als helle Pünktchen um Jupiter herum zu sehen. Stelle das Fernglas wenn möglich auf ein Stativ oder stütze deine Arme beim Beobachten auf. Wenn du nicht alle vier Monde siehst kann das auch daran liegen, dass sie gerade hinter oder vor dem Jupiter durchziehen. Die genaue Position kannst du im Programm Stellarium simulieren.

So sieht man die Galileischen Monde durch ein Fernglas. Auf der Oberfläche von Jupiter sind noch keine Details erkennbar. (Bild: skymania.com)

Mit Teleskopen erkennt man, dass Jupiter breiter als hoch ist: die Fliehkraft, verursacht durch die schnelle Rotation von 10 Stunden, zieht ihn in der Äquatorregion auseinander. Bei höheren Vergrösserungen ist es auch möglich, Strukturen auf der Jupiteroberfläche zu sehen. Am einfachsten sind die beiden breiten, dunklen Bänder beidseits des Äquators: das Nördliche und das Südliche Equatoriale Band (NEB, SEB). Für den Grossen Roten Fleck und die feineren Bänder sind auch gutes Seeing wichtig.

Die Bänder Jupiters. Am ehesten sichtbar sind der 'North Equatorial Belt', der 'South Equatorial Belt' und der 'Great Red Spot' (Bild: www.sott.net)