Vorbereitung und Planung

Übung macht den Meister

Das Beobachten von sehr kleinen und manchmal auch noch sehr lichtschwachen Objekten mitten in der Nacht ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Um ein solches Unterfangen nicht im Frust enden zu lassen, ist eine gute Vorbereitung und Planung unerlässlich. Gute Beobachtungsnächte sind in Mitteleuropa sehr selten. Oft ist es bewölkt oder Nebel macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wenn man auch noch auf klare, aber mondlose Nächte wartet, um lichtschwache Deep-Sky-Objekte zu sehen, braucht es schon Geduld. Und wenn es dann aber so weit ist, muss man bereit sein: Gut vorbereitet und die Geräte im Griff. 

Egal ob du ein einfaches Fernglas verwendest oder ein ausgewachsenes Teleskop: lerne deine Ausrüstung kennen und übe den Umgang damit bei Tageslicht, bevor du eine Beobachtungsnacht startest. Der Aufbau von Stativen und das Zusammensetzen eines Teleskops muss man ein paar mal geprobt haben. Anvisieren von Zielen und fokussieren kann man gut an weiter entfernten Baumwipfeln und  anderen Landmarken üben. 

Vorbereitung

Wetter

Das Wetter ist ein entscheidender Faktor bei der Planung einer Astro-Nacht und steht daher an erster Stelle. Folgende Fragen müssen geklärt werden:​

  • Ist es klar oder wird es bedeckt sein? Bei zu vielen Wolken macht es kaum Sinn, irgendwo hinzufahren oder eine grosse Ausrüstung aufzustellen, mit einem Fernglas im Garten einen schnellen Blick an den Himmel zu werfen aber vielleicht schon. 

  • Wie kalt wird es voraussichtlich werden? Wappne dich gegen die Kälte. Es wäre schade, gute Beobachtungsbedingungen zu verpassen, weil man schon nach kurzer Zeit friert.

  • Wie ist der Wind? Wenn es zu sehr bläst, sind hohe Vergrösserungen nicht mehr sinnvoll, da das Teleskop stark zittert.

Wetter-Apps gibt es sehr viele. Als Beispiel sei hier Meteoblue angeführt, das auch eine Prognose des astronomischen Seeings anbietet. Ausschliesslich auf das Seeing spezialisiert ist der Dienst Clear Outside. Ein Klick auf die Logos führt direkt auf die entsprechenden Webseiten.

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Mondphase und astronomische dämmerung
  • Welche Mondphase haben wir? Je voller der Mond, desto schwieriger werden Deep-Sky-Beobachtungen und nur helle Ziele wie Planeten, helle Doppelsterne oder der Erdmond selber gehören auf die Liste.

  • Wann ist die astronomische Dämmerung?  Wieder ein wichtiger Faktor beim Beobachten von lichtschwachen Objekten: Wenn ich im Juni Galaxien beobachten möchte, muss ich das mitten in der Nacht machen, im Winter kann das auch am frühen Abend oder am Morgen sein. Die genauen Dämmerungszeiten ersiehst du im Dienst  Clear Outside. Die auch sonst sehr empfehlenswerte Webseite der-Mond.org liefert dir hier auch immer die aktuellen monatlichen Mondphasen.

Beobachtungsplatz
  • Wie hell ist mein Beobachtungsplatz? Grosse Lichtverschmutzung macht die Jagd auf sehr lichtschwache Objekte schwierig. Mond, Planeten oder hellere Doppelsterne können dann aber lohnende Ziele sein. Trotzdem ist es viel angenehmer, wenn man keine hellen Lichter in der Nähe hat, da diese auch von der Seite blenden können und unangenehme Reflexionen im Okular verursachen. Mit Hilfe der Webseite lightpollutionmap.org findest du heraus, wie die Lichtverschmutzung verteilt ist und wo du gute Plätze findest, um den Nachthimmel zu beobachten.

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BeobachtungsProgramm

Die oben behandelten Punkte haben alle einen Einfluss auf das Beobachtunsprogramm, das du dir zusammenstellen wirst. In der Software "STELLARIUM" kannst du bestens simulieren, was in dieser Nacht gut sichtbar ist. 

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Die Planetarium-App STELLARIUM ist kostenfrei und für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich. Es ermöglicht dir, den Nachthimmel für jeden Zeitpunkt und für jeden Ort auf der Erde zu simulieren. So kannst du gut im Voraus abklären, welche Objekte zu welcher Zeit am besten zu beobachten sind