Starhopping

Mit dem Wort "Starhopping" wird das aufsuchen von Himmelsobjekten  durch das "Hüpfen" von Stern zu Stern bezeichnet. Ohne dieses Wort zu kennen, haben die meisten von euch schon mal eine Art Starhopping betrieben, nämlich beim Aufsuchen von Polaris, dem Polarstern. In diesem Fall orientiert man sich an den beiden hinteren Sternen des Grossen Wagens und "hüpft" in fünf gleich langen Sprüngen zu Alpha Canis Minoris, eben dem berühmten Polarstern. Für uns Hobbyastronomen ist es die wichtigste Art, Ziele am Nachthimmel zu finden.

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VORAUSSETZUNGEN

Wie es der Text oben schon andeutet: ein paar Dinge muss man wissen, um mit Starhopping  auch anspruchsvollere Ziele am Nachthimmel zu finden:

  1. Du kannst die Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten bestimmen und damit auch den Meridian, die jeweils höchste Stellung der Himmelsobjekte. Ebenfalls kannst du Distanzen in Grad am Himmel grob abschätzen. Falls du noch nicht weisst, wie man das macht, besuche das Kapitel Orientierung am Nachthimmel.

  2. Du kennst die wichtigsten Konstellationen: die zirkumpolaren sowie die der aktuellen Jahreszeit. Alles zu diesem Thema findest du im Kapitel Konstellationen.

  3. Du verstehst, wie Sterne benannt werden und kennst die Namen der wichtigsten Sterne am aktuellen Nachthimmel. Alles über Sternnamen erfährst du (wenig überraschend) im Kapitel Sternnamen. Wie der Nachthimmel am entsprechenden Datum aussehen wird, simulierst du am besten in einem Programm wie Stellarium

  4. Ebenfalls sehr hilfreich ist, wenn du die wichtigsten Winkel grob abschätzen kannst, v.a. 90°, 45° und 30°.

Beispiel

Diesen Starhop machen wir mit Hilfe eines Fernglases, da das Ziel unserer Suche zu unscheinbar für das blosse Auge ist.  Es handelt sich um den bekannten Asterismus  "Kleiderbügel" im Sternbild Vulpecula. Dieses Sternbild ist jedoch sehr leuchtschwach. Daher nehmen wir als Ausgangspunkt die sehr leicht zu findende Konstellation CYGNUS (Schwan).

Nachdem wir den Schwan gefunden haben, folgen wir dem "Hals" bis zum Stern an dessen Spitze, den bekannten Doppelstern Albireo (im Fernglas wird er sich aber nicht als Doppelstern zu erkennen geben, dazu bräuchte es ein Teleskop).

Von Albireo schwenken wir in einem flachen Winkel nach rechts und erreichen nach rund 3 Grad den hellsten Stern in VULPECULA, Anser. Dieser entpuppt sich bereits im Fernglas als Doppelstern! Nun geht es in der selben Richtung nochmals rund 5 Grad weiter und schon sollte der "Kleiderbügel" ins Bild kommen. Beim Starhopping mit Fernglas hilft es auch, wenn man das Sichtfeld des Instrumentes kennt. Unsere Schul-Ferngläser mit 6.5 bzw. 7.5 Grad Sichtfeld bringen problemlos zwei der drei Orientierungspunkte ins Sichtfeld. Das macht die Orientierung noch einfacher.

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